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Viszerale Osteopathie

 


 
 

 

 

Viszerale Osteopathie ausgiebig erklärt

 

Jedes Organ zeigt eine innerliche und räumliche (von anderen Organen unabhängige) Beweglichkeit, welche sehr wichtig ist für das Funktionieren des Organs. In der osteopathischen Beurteilung wird sie, neben der spezifischen Organfunktion als Parameter der Organdysfunktion benutzt.

Wie kann eine Organbeweglichkeit gestört werden?

Jedes Organ zeigt eine bestimmte Sensibilität auf Situationen im alltäglichen Bereich und reagiert hierauf funktionell. Zum Beispiel ändert sich die Durchblutung im Schleimhautbereich des Magens je nach Beanspruchung. Stellen Sie sich vor, was für einen Einfluss Stressituationen, bestimmte Gefühlslagen oder verdauungsbedingte Situationen auf ihre Magen haben.

Halten diese psychische oder physische Stresssituationen über längere Zeit an, so wird das Organ funktionell ermüden. Um dies in der Zukunft zu vermeiden, wird sich das Organ an die jeweiligen Situationen anpassen. So kann es besser auf die verlangte Funktion reagieren. Mittels dieser "Adaptation" reagieren sämtliche Organe auf Über- oder Unterbelastung. (Dies ist übrigens das Prinzip des Muskelaufbau-Trainings; Beanspruche ich den Muskel über eine längere Zeit mit überdurchscnittlicher Belasung, so wird er sich anpassen und stärker werden!)

Diese funktionelle Ermüdung hat zur Folge, dass die adäquate Versorgung über das Blut und Nervensystem reduziert, sowie die räumliche Stabilität und Mobilität reduziert wird.
Diese Adaptation kann primär durch eine Spannungsänderung im Organ selbst, später durch Nachbarorgane kompensiert werden. Diese Kompensationen verlangen dem Körper aber viel Energie ab.

Der Körper hat nun noch die Möglichkeit, dies über die Muskulatur und Körperhaltung auszugleichen. Verständlicherweise wird das zu Überlastungen z.B. bestimmter Muskelbereiche (Nackenmuskulatur),der Wirbelgelenke oder sogar nach einiger Zeit zu Bandscheibendegenerationen oder Läsionen führen. Wir reden jetzt von "Folgeketten".

Wie wird ein Organ osteopathisch behandelt?

Das Ziel der Viszeralen Osteopathie ist es, die Reflexmechanismen des Organs wieder herzustellen. Dies aktiviert die Eigendynamik des jeweiligen Organs und somit wird die Selbstheilung stimuliert. Mit manuell therapeutischen Behandlungstechniken wird das Organ mobilisiert. Weiter kann man die Problematik verstärken um damit seine Verbindungs- und Ernährungsquellen (Gefäße und Nerven) stimulieren (indirekte Techniken).


Welche Krankheitsbilder sind ideal für eine Viszerale Behandlung?

Funktionelle Störungen, d.h. wenn noch keine sichtbaren Gewebeveränderungen stattgefunden haben, reagieren am schnellsten auf die Osteopatische Behandlung. Hier können die Probleme oft vollständig beseitigt werden.

Kommt der Patient erst in die osteopathische Behandlung wenn die Kompensationen schon weiter fortgeschritten sind, wird der Osteopath regulierend auf die Organfunktion einwirken und dadurch die körpereigenen Heilmechanismen in Gang setzen. Die Kompensationsmechanismen werden verschwinden. Die darauffolgende Regeneration kann durchaus mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen.

Häufige Osteopathische Indikationen für Organbehandlungen:

Chronische Verdauungsbeschwerden
Magenschmerzen und Erkrankungen des Magens
Erkrankungen der Leber
Gallenproblematiken
Chronische Blasenentzündung
Funktionelle Nierenerkrankungen (z.B. Stauungsproblematik bei Nierensenkung)
Organsenkungen (Ptosen)
Lungenleiden (Asthma, Krupp, chronische Bronchitis)
Allergien, Heuschnupfen
Allgemeine Immunstimulation
Chronische Müdigkeit
Nachsorge nach Operationen (Narbengewebe)
Chronische, organbedingte Rückenbeschwerden
Lymphatische Stauungen
Schlecht heilende Wunden
usw.

Den Follgeketten wegen sind unklare, bisher therapie-resistente Rückenbeschwerden (mit oder ohne Ausstrahlung in die Beine oder Arme) oder Kopfschmerzen nicht selten zurückzuführen auf Organ-Läsionen.Ob das Organ jetzt Ursache oder Folge ist, spielt hier nur eine unbedeutende Rolle.
Viszerale Osteopathie bewertet die Organbeweglichkeit im Hinblick auf die peripheren Schmerzen im Bewegungsapparat.

Oft müssen zuerst die Organe wieder "mobilisiert" werden um ein Gelenk behandeln zu können.